GEOTECHNIK
Weimar, Germany
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Atterberg-Grenzen in Weimar: Konsistenzbestimmung für bindige Böden nach DIN

Die Casagrande-Schale steht bereit, das Messinggerät ist auf 10 mm Fallhöhe justiert, die Porzellanschale für den Ausrollversuch liegt griffbereit auf dem Labortisch. In unserem bodenmechanischen Labor in Weimar bestimmen wir die Atterberg-Grenzen nach DIN EN ISO 17892-12 für jeden bindigen Boden, der aus dem Stadtgebiet und dem umliegenden Thüringer Becken angeliefert wird. Die feinkörnigen Formationen des Keupers und die Lösslehme, die den Untergrund Weimars prägen, zeigen ein teils überraschendes plastisches Verhalten, das sich nur durch Fließgrenze (wL) und Ausrollgrenze (wP) zuverlässig charakterisieren lässt. Der Tongehalt und die mineralogische Zusammensetzung der quartären Deckschichten beeinflussen das Wasserbindevermögen massiv – eine Kennwertbestimmung allein nach Korngröße greift hier zu kurz. Wir kombinieren die Atterberg-Grenzen routinemäßig mit der Korngrößenanalyse und dem Triaxialversuch, um die Scherfestigkeit und das Verformungsverhalten der Weimarer Tone wirklich zu verstehen.

Die Plastizitätszahl Ip ist in den Keupertonen Weimars der entscheidende Parameter für die Beurteilung der Setzungsempfindlichkeit.

Methodik und Umfang

In Weimar sehen wir immer wieder, dass der natürliche Wassergehalt der Auelehme entlang der Ilm nahe an der Fließgrenze liegt. Solche Böden reagieren extrem empfindlich auf Wasserzutritt, und ein Baugrubenaushub kann innerhalb weniger Tage seine Standsicherheit verlieren. Genau hier setzt die Bestimmung der Plastizitätszahl Ip = wL – wP an: Sie liefert uns ein Maß für den plastischen Bereich des Bodens und damit für seine Sensitivität gegenüber Wassergehaltsänderungen. Unsere Laborroutine umfasst die Aufbereitung des Probenmaterials durch Siebung auf 0,4 mm, die Einstellung der Konsistenz durch definiertes Durchkneten mit destilliertem Wasser und die mehrfache Bestimmung der Schließfurche in der Casagrande-Schale. Bei stark organischen Tonen – etwa aus verlandeten Altarmen der Ilm – führen wir die Glühverlustbestimmung parallel, um den Einfluss der organischen Substanz auf die Plastizität zu quantifizieren. Die Konsistenzzahl Ic = (wL – w) / Ip erlaubt uns dann eine bodenmechanische Zustandsbeschreibung von breiig über steif bis halbfest – eine Information, die für die Gründungsberatung in Weimar unverzichtbar ist.
Atterberg-Grenzen in Weimar: Konsistenzbestimmung für bindige Böden nach DIN

Örtliche Baugrundfaktoren

Ein häufiger Fehler in der Weimarer Erdbauplanung ist die Annahme, dass ein Boden mit hohem Tongehalt automatisch eine geringe Plastizität aufweist – das Gegenteil kann der Fall sein, wenn quellfähige Dreischichttonminerale wie Montmorillonit im Feinkorn dominieren. Werden die Atterberg-Grenzen nicht bestimmt und stattdessen nur die Korngrößenverteilung herangezogen, drohen kostenintensive Überraschungen: Frostempfindlichkeitsklasse F3 kann mit Ip > 15 % schnell erreicht sein, und die Konsistenzänderung während der Bauphase führt zu unkalkulierbaren Setzungen. Für Erdbauwerke im Einzugsgebiet der Ilm, wo die Grundwasserstände jahreszeitlich schwanken, ist die Kenntnis der Schrumpfgrenze eine essenzielle Ergänzung, um Volumenänderungen bei Austrocknung abzuschätzen. Unser Labor dokumentiert jede Bestimmung mit Mehrfachmessungen und liefert die Ergebnisse in einem nach DAkkS-Vorgaben rückverfolgbaren Prüfbericht.

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Geltende Normen

DIN EN ISO 17892-12:2020-08, DIN 18196 (Bodenklassifikation), DIN 18122-1 (Zustandsgrenzen), ZTV E-StB 17 (Erdbau)

Weitere Fachleistungen

01

Korngrößenanalyse kombiniert

Sieblinie und Sedimentationsanalyse nach DIN EN ISO 17892-4 als Grundlage für die Bodenansprache und Frostempfindlichkeitsklassifikation.

02

Wassergehalt und Glühverlust

Bestimmung des natürlichen Wassergehalts nach DIN EN ISO 17892-1 und des organischen Anteils für eine vollständige Zustandsbewertung.

03

Proctorversuch

Ermittlung der Trockendichte und des optimalen Wassergehalts nach DIN 18127 für den qualifizierten Erdbau in Weimar.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
PrüfnormDIN EN ISO 17892-12:2020-08
Fließgrenze wLCasagrande-Schale (40 Schläge/10 mm)
Ausrollgrenze wPHandausrollverfahren auf Porzellanplatte
Plastizitätszahl IpIp = wL – wP
Konsistenzzahl IcIc = (wL – w) / Ip
Probemenge erforderlichmind. 200 g Feinkorn (<0,4 mm)
Versuchsdauer2–3 Werktage inklusive Wasserbadlagerung

Häufig gestellte Fragen

Was kosten die Atterberg-Grenzen im Labor in Weimar?

Für die Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze an einer Bodenprobe liegen die Kosten zwischen 70 und 100 Euro, abhängig vom Aufbereitungsaufwand und ob eine parallele Bestimmung des natürlichen Wassergehalts erforderlich ist.

Welche Probenmenge benötigen Sie für die Atterberg-Grenzen?

Wir benötigen mindestens 200 Gramm Feinkorn, das durch ein 0,4-mm-Sieb aufbereitet wurde. Idealerweise senden Sie uns eine gestörte Probe von etwa 1 kg des Gesamtbodens, damit wir die Aufbereitung und die Korngrößenverteilung im Haus durchführen können.

Wie lange dauert die Bestimmung der Konsistenzgrenzen?

Die reine Prüfzeit beträgt einen Arbeitstag, jedoch muss das mit destilliertem Wasser aufbereitete Probenmaterial mindestens 12 Stunden in einer Feuchtkammer homogenisieren. Mit Berichterstellung rechnen Sie mit 2 bis 3 Werktagen ab Probeneingang.

Können Sie die Atterberg-Grenzen auch für organische Böden aus Weimar bestimmen?

Ja, das ist möglich. Bei organischen Böden, wie sie in den Auen der Ilm vorkommen, führen wir die Bestimmung durch, weisen aber im Prüfbericht darauf hin, dass der Glühverlust über 5 % liegt. Die Aussagekraft der Plastizitätskarte nach Casagrande ist bei stark humosen Proben eingeschränkt.

Welche Norm wenden Sie für die Atterberg-Grenzen an?

Wir prüfen nach DIN EN ISO 17892-12:2020-08. Das Verfahren umfasst die Fließgrenze mit dem Casagrande-Gerät und die Ausrollgrenze durch manuelles Ausrollen auf einer Porzellanunterlage. Die Klassifikation erfolgt ergänzend nach DIN 18196.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Weimar und Umgebung.

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