GEOTECHNIK
Weimar, Germany
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Seismische Tomographie für die Baugrunduntersuchung in Weimar

Die geotechnische Erkundung in Weimar steht oft vor einem verborgenen Stadtgedächtnis: Schuttverfüllungen, alte Kellergewölbe und der wechselhafte Muschelkalk, der schon Goethes Steinbrüche prägte. Seit der Stadterweiterung im 19. Jahrhundert lagern unter vielen Baugruben anthropogene Auffüllungen, die mit klassischen Sondierungen schwer zu durchörtern sind. Die seismische Tomographie setzt hier an einer anderen Stelle an – sie liefert ein zusammenhängendes Bild des Untergrunds, ohne das Material zu durchstoßen. Besonders in der Tallage der Ilm, wo quartäre Sedimente auf verwittertem Muschelkalk aufliegen, ist das Auflösungsvermögen des Verfahrens entscheidend. Mit einem CPT-Versuch lassen sich die seismisch erkannten Schichtgrenzen punktuell verifizieren, während die Tomographie den gesamten Querschnitt zeigt.

Die seismische Tomographie zeigt, was der Rammkern nicht erfasst: laterale Wechsel zwischen intaktem Muschelkalk und ausgelaugtem Gipskeuper in einem einzigen Tomogramm.

Methodik und Umfang

Weimar liegt im Bereich des Thüringer Beckens, wo der Obere Muschelkalk in Wechsellagerung mit Ton- und Mergelsteinen auftritt. Die Verwitterungszone reicht oft bis in Tiefen von fünf bis acht Metern, was die seismischen Geschwindigkeiten stark modifiziert. Unser Team setzt bei der seismischen Tomographie auf 24-Kanal-Geophone und einen beschleunigten Hammerschlag, um die Refraktions- und Reflexionslaufzeiten präzise aufzuzeichnen. Die Tomogramme zeigen nicht nur die Tiefe des Festgesteins, sondern auch Inhomogenitäten in der Lockergesteinsüberdeckung. Wo die seismische Geschwindigkeit abrupt abfällt, liegen meist alte Hohlräume oder Auslaugungszonen im Gipskeuper – ein typisches Weimarer Problem. Für die Bewertung der Standsicherheit kombinieren wir die Ergebnisse mit einem Böschungsstabilitäts-Gutachten, wenn am Hang gebaut wird.
Seismische Tomographie für die Baugrunduntersuchung in Weimar

Örtliche Baugrundfaktoren

In Weimar sehen wir immer wieder, dass Bauherren die seismische Tomographie erst dann beauftragen, wenn die Rammkernsondierung an unerwarteten Hindernissen abbricht. Das ist zu spät. Gerade in den Gründerzeitvierteln der Nordvorstadt liegen meterdicke Schuttlagen mit Ziegelresten, die den Sondierfortschritt blockieren und die Schlagzahlen verfälschen. Die Tomographie umgeht dieses Problem physikalisch: Sie misst Laufzeiten von der Oberfläche aus und rekonstruiert das Untergrundmodell ohne mechanische Penetration. In Karstgebieten am Stadtrand, etwa Richtung Ettersberg, detektieren wir mit Reflexionssignalen Hohlräume, bevor sie zu Tagesbrüchen werden. Ohne dieses Bild steht jede Baugrubenplanung auf wackligen Annahmen.

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Geltende Normen

DIN EN 1997-2:2010 – Ergänzende Regelungen zu Baugrunderkundungen mittels geophysikalischer Verfahren, DIN 4094 – Untergrund: Felduntersuchungen, Abschnitt 6 Geophysikalische Untersuchungen, DGGT-Empfehlung Nr. 3.1 – Seismische Verfahren in der Baugrunderkundung

Weitere Fachleistungen

01

Seismische Refraktionstomographie

Basiert auf der Laufzeit der erstankommenden Wellen an der Oberfläche. Ideal zur Tiefenbestimmung des Festgesteinshorizonts und zur Kartierung von Verwitterungsgraden im Muschelkalk. Wir setzen das Verfahren in Weimar häufig auf Hanggrundstücken ein, wo die Überdeckung lateral stark variiert.

02

Seismische Reflexionstomographie

Zeichnet reflektierte Wellen aus größerer Tiefe auf. Liefert hochauflösende Profile von Schichtgrenzen unterhalb des Refraktors und detektiert Störungen im Gipskeuper. In Weimar nutzen wir die Reflexionsseismik gezielt zur Ortung von Subrosionssenken und alten Kelleranlagen unter geplanten Baukörpern.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
MessverfahrenRefraktion und Reflexion (Hybrid-Tomographie)
Kanalzahl24 bis 48 Kanäle, Geophonabstand 2–5 m
AnregungHammerschlag, Fallgewicht oder Sprengseismik
Eindringtiefetypisch 15–40 m, abhängig von Geophonauslage
Auflösung0.5–2 m vertikal, abhängig von Schichtmächtigkeit
DatenverarbeitungRaytracing-Inversion und Reflexions-Stacking
Normative GrundlageDIN EN 1997-2:2010, ergänzend DIN 4094

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Weimar und Umgebung.

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