Die RStO 12 ist in Weimar mehr als ein Regelwerk – sie ist die Antwort auf einen Untergrund, der vom Muschelkalk der Ilm-Saale-Platte bis zu den Lösslehmdecken des Thüringer Beckens reicht. Wir erleben hier oft, dass Bauherren mit Standardaufbauten aus anderen Bundesländern kommen und dann überrascht sind, wenn nach zwei Wintern erste Spurrinnen sichtbar werden. Eine flexible Fahrbahn lebt von der Abstimmung zwischen Asphaltschicht und Tragschicht, und genau diese Abstimmung muss die lokale Geologie spiegeln. In unserer täglichen Arbeit in Weimar kombinieren wir die Anforderungen der ZTV Asphalt-StB mit den Ergebnissen eigener Baugrunderkundungen, bevor wir auch nur einen Millimeter Belagsstärke festlegen. Die Belastungsklasse nach RStO ist das Eine, ein unerwartet steifer oder weicher Unterbau das Andere – und Letzteres entscheidet über die Nutzungsdauer.
Die Nutzungsdauer einer flexiblen Fahrbahn entscheidet sich in Weimar oft nicht im Asphalt, sondern in den ersten 40 Zentimetern unter der Tragschicht.
Methodik und Umfang
Örtliche Baugrundfaktoren
Weimar liegt im Regenschatten des Thüringer Waldes mit nur rund 580 mm Jahresniederschlag, aber der Temperaturgang ist kontinental geprägt: Winter mit zweistelligen Minusgraden wechseln sich mit Sommerhitze über 35 °C ab. Diese thermische Amplitude ist der natürliche Feind einer flexiblen Fahrbahn, denn sie provoziert Ermüdungsrisse im Bindemittel, sobald die Bitumenhärte nicht auf die lokale Klimazone abgestimmt ist. Gleichzeitig sorgt die Topografie der Ilmhänge für Wasserzuzug in Hanglagen, der die Tragfähigkeit des Planums saisonal massiv verändern kann. Wir haben erlebt, dass ein im August gemessener Ev2-Wert von 140 MN/m² im März auf 80 MN/m² abfiel, nur weil die Dränage nicht an die Schichtwasserführung des Muschelkalks angepasst war. Eine flexible Fahrbahn in Weimar zu bemessen heißt deshalb immer, hydrologische und thermische Randbedingungen in die Dimensionierung einzubeziehen – sonst rechnet man am Schreibtisch etwas Schönes, das vor Ort nicht hält.
Geltende Normen
RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaues von Verkehrsflächen), ZTV Asphalt-StB 07/13 (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau von Verkehrsflächenbefestigungen aus Asphalt), ZTV E-StB 17 (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau), DIN EN 13108-1 (Asphaltmischgut – Mischgutanforderungen – Asphaltbeton), DIN 18134 (Plattendruckversuch – Grundlage für Ev2-Nachweise auf Tragschicht)
Weitere Fachleistungen
Dimensionierung flexibler Fahrbahnen nach RStO
Festlegung der Belastungsklasse, Schichtdicken und Asphaltsorten inkl. rechnerischem Nachweis der frostsicheren Gesamtdicke unter Berücksichtigung der lokalen Bodengruppe und Wasserverhältnisse.
Baugrunderkundung & Tragfähigkeitsbewertung
Durchführung von Plattendruckversuchen, Rammsondierungen und Schürfgruben zur Bestimmung der Tragfähigkeit des Planums und der Frostempfindlichkeit des Untergrundes nach ZTV E-StB.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Welche Belastungsklasse brauche ich für meine Wohnstraße in Weimar?
Für reine Anliegerstraßen reicht in der Regel Bk0.3, aber sobald gelegentlicher Schwerverkehr – etwa Müllfahrzeuge oder Baustellenlieferungen – zu erwarten ist, setzen wir Bk1.0 an. In Weimarer Neubaugebieten am Hang mit Buslinienverkehr gehen wir meist auf Bk1.8, weil die Steigung die dynamische Belastung erhöht.
Was kostet die Bemessung einer flexiblen Fahrbahn?
Je nach Umfang der erforderlichen Baugrunderkundung und Anzahl der Belastungszonen bewegen sich die Kosten für Planung und Dimensionierung im Raum Weimar zwischen etwa 1.320 und 4.360 Euro. Der Preis hängt maßgeblich davon ab, wie viele Aufschlüsse und Laborversuche nötig sind.
Muss ich für jeden Bauabschnitt eine eigene Bemessung machen?
Nicht zwingend, aber wir empfehlen es immer dann, wenn der Untergrund innerhalb der Trasse wechselt. In Weimar sehen wir das häufig, sobald eine Straße von der Ilmniederung in die Muschelkalkhänge übergeht – da kann die Tragfähigkeit des Planums auf 50 Metern komplett kippen.
Reicht ein Standardaufbau nach Tabelle oder brauche ich einen rechnerischen Nachweis?
Für die meisten kommunalen Straßen in Weimar genügt die tabellarische Dimensionierung nach RStO, vorausgesetzt die Bodengruppe ist gesichert. Einen rechnerischen Nachweis nach den RDO Asphalt ziehen wir immer dann heran, wenn wir von den Regelaufbauten abweichen – etwa bei reduzierter Gesamtdicke wegen beengter Platzverhältnisse. Mehr Info.
